Mord im Namen der Vergangenheit

Gay Crime (explizit - 18+)

 

 

 

 

Zusammen mit zehn weiteren Neuankömmlingen wurde er in einen grell beleuchte-ten Raum gebracht und musste sich komplett ausziehen. Seinem eher schmächtigen Körper zufolge war er nicht sonderlich sportbegeistert, ganz im Gegensatz zu den breit-schultrigen Männern, deren kräftige Körper dazu noch mit Tattoos und Narben ge-schmückt waren.
Immer wieder erwischte er sich dabei verstohlen zu ihnen rüber zu schielen. Genau genommen starrte er nur einen bestimmten Mann gebannt an, der bereits vollkommen entkleidet die Hände gegen die Wand gestemmt und die Beine breitgemacht hatte. Von den braungebrannten, breiten Schultern bis hinunter zum muskulösen Hintern war der Kerl perfekt und Keith begann beinahe zu sabbern.
Vom Steiß aufwärts bis über die Schultern zierte ein mächtiges Tattoo die braunge-brannte Haut. Keith erkannte einen fein ausgearbeiteten, chinesischen Drachen, der so imposant und herrisch wirkte wie sein Besitzer.
„Was gibt es da zu glotzen?“, herrschte ihn der Mann plötzlich über die Schulter hinweg an und er erschrak fürchterlich. Das Grinsen folgende Grinsen zeigte ihm jedoch, dass sein lüsternes Gegaffe nicht gänzlich unerwünscht gewesen war.
Beschämt wandte er den Blick ab, zumal er sowieso gerade von den Wärtern dazu angehalten worden war sich endlich zu entkleiden. Brummend leistete er dem Befehl Folge, tat es den anderen gleich und stellte sich an die Wand.
Die Wärter konnten ihm nun direkt auf die Sonne schauen, doch er war sich sicher, bei einem kurzen Blick würde es nicht bleiben. Mit einem weißen Handschuh bewaffnet ging einer der Wärter der Reihe nach durch und durchsuchte die Hintern der Männer nach Drogen.
Gedemütigt senkten sie die Blicke zu Boden, nur Keith machte sich komischerweise nichts aus dieser erniedrigenden Behandlung. Er genoss regelrecht das Gefühl des Fin-gers in seinem Rektum, als wäre er daran gewöhnt.
Nach der Durchsuchung bekamen sie alle einen orangefarbenen Gefängisanzug ausgehändigt, den er sich schnell überzog. Wieder in Handschellen gelegt folgte er dem nächsten Wärter zu seiner Zelle.
Da er weiterhin an Amnesie litt, kam er in den psychiatrischen Bereich, der abge-trennt von den normalen Zellen direkt neben der medizinischen Abteilung lag. Ihm war im Vorfeld erklärt worden, dass er zwar einige Vorzüge genoss in diesem Bereich, jedoch auch Nachteile. Das Beste war die Zelle, die er sich anstatt mit sechs weiteren Insassen nur mit einem Mann teilen musste.
Außerdem bekam er wöchentliche Therapiegespräche sowie eine medizinische Be-handlung. Leider durften sie dafür nur eine Stunde am Tag auf den Hof, wenn die ande-ren Häftlinge in ihren Zellen saßen. Keith nahm an, dass es sich um eine Sicherheits-maßnahme gegenüber den psychisch Kranken handelte, die vor der Gewalt der Gesun-den geschützt werden mussten.
„Das ist Ihre Zelle! Sie wissen, wird randaliert oder gegen Wärter vorgegangen, lan-den Sie in Isolationshaft. Also benehmen Sie sich.“
Der Gefängniswärter schob ihn zusammen mit einem anderen Mann in die Zelle und verschloss die Tür hinter ihnen. Erst jetzt wurden ihnen durch eine Klappe in der Tür die Handschellen abgenommen.
Einen dicken Kloß im Hals sah er sich in dem winzigen Raum um. Nun war es also soweit, hier würde er bis ans Ende seines Lebens die Zeit verbringen mit gerade mal einer Stunde Ausgang am Tag. Viel zu sehen gab es in der Zelle nicht.
Ein metallenes Stockbett stand an der linken Wand, mit extrem dünnen Matratzen gepolstert, darauf je ein flaches, graues Kissen und eine kratzige Decke.
An der rechten Wand diente eine Platte aus Edelstahl als Ablagefläche, direkt dane-ben stand eine ebenso metallene Kloschüssel inklusive kleinem Waschbecken. Das war alles, mehr gab es in diesem Raum nicht. Wenn er es nicht schon wäre, hier würde er definitiv bald verrückt werden.
„Oben oder unten?“, fragte ihn plötzlich eine raue, männliche Stimme von der Seite und er drehte sich erschrocken um.
Er hatte ganz vergessen, dass er einen Mitbewohner hatte. Ein überaus sympathi-sches Grinsen im Gesicht deutete der Kerl auf das Stockbett und legte fragend die Stirn in Falten. Keith wäre am liebsten im Erdboden versunken als er ihn als den Mann er-kannte, dem er gerade noch auf den entblößten Hintern gestarrt hatte.
„Mein Gesicht gefällt dir wohl genauso gut wie mein Hintern, hm?“, lachte der Mann kehlig, da Keith nicht reagierte, sondern nur entsetzt in die freundlichen, dunkelgrünen Augen starrte.
„Na gut, dann entscheide ich. Ich möchte oben sein.“, raunte der schöne Mann mit einem frechen Augenzwinkern und ging zum Bett. Die Wangen knallrot leuchtend riss er die Augen weit auf.
„O-okay…“, stammelte er hilflos, verwundert über seine starke Reaktion auf dieses männliche Exemplar. Völlig verwirrt setzte er sich auf das untere Bett und seufzte leise.
„Ich heiße übrigens Percy und habe acht Monate wegen Diebstahl bekommen.“, stellte sich der Mann letztendlich vor und setzte sich neben ihn.
„Ich heiße wohl Keith. Und…“ Er schaffte es kaum die Wahrheit auszusprechen, zu absurd kam ihm auf einmal die Idee vor einen Mord begangen zu haben.
„Und?“, hakte Percy ungeduldig nach.
„Ich sitze lebenslänglich, weil ich zwei Menschen umgebracht habe…anscheinend.“, presste Keith mühsam hervor und starrte zu Boden.
„Was heißt anscheinend? Und warum bist du in der Psychoabteilung gelandet? Ich bekomme hin und wieder Angstattacken, deswegen bin ich hier.“ Der Kerl war sehr redselig, Keith hingegen hätte am liebsten erstmal seine Ruhe gehabt. Doch er wollte nicht unfreundliche sein.
„Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Selbst meinen Namen kenne ich nur von meinem Ausweis. Ich habe keine Ahnung wer ich bin und ob ich wirklich diesen Mord begangen habe. Aber ich bin mit dem Messer in der Hand neben den beiden aufgewacht, also nehme ich mal an, dass ich es war. Ja, und wegen dieser komischen Amnesie bin ich hier gelandet.“, erzählte er stockend und stellte die Richtigkeit seiner Vorstellung bei der Polizei allmählich in Frage.
„Das klingt irgendwie seltsam. Wo hast du denn plötzlich die Amnesie her?“, wollte Percy wissen und rückte ein Stück an ihn heran. Der betörende Duft eines angenehmen Aftershaves stieg ihm in die Nase.
„Die Polizei hat Drogen in meinem Blut festgestellt, das könnte meine Erinnerungs-lücken erklären.“ Tief ein und ausatmend lehnte er sich ungewollt zur Seite, um mehr vom Duft dieses Mannes zu erhaschen.
„Ich glaube ich bin schwul, vielleicht solltest du dich besser von mir fernhalten.“, sagte er plötzlich und sprang hastig auf. Sein Blick fiel auf das wunderschöne, markante Gesicht mit den grünen, durchdringenden Augen, die ihn amüsiert anfunkelten.
Die hohen Wangenknochen gaben dem Mann ein überaus männliches Gesicht, das von den kinnlangen, hellbraunen Haaren umrahmt wurde. Tief im Innern spürte er das Verlangen seine Finger durch diese samtene Haarpracht gleiten zu lassen, diese dunklen, vollen Lippen zu küssen und dabei den perfekt gestutzten Dreitagebart an seinen Wangen zu fühlen.
Zwar war Percy wenige Zentimeter größer als er selbst, doch die Erscheinung dieses Mannes passte so gar nicht in ein amerikanisches Gefängnis. Dieser Kerl war ein Adonis der Extraklasse, mit einer solch liebenswerten und doch auch draufgängerischen Ausstrahlung, dass Keith das Gefühl hatte, sich gerade Hals über Kopf zu verlieben.
Jetzt war er sich sicher schwul zu sein, doch es störte ihn nur insofern, dass er sich hier mit seiner Neigung einige Feinde schaffen konnte und der Aufenthalt unangenehm werden würde.
„Dann hast du doch bestimmt kein Problem damit, wenn ich von deinen sündigen Lippen koste?“, hörte er am Rande eine Stimme in sein Ohr flüstern. In seiner Panik hatte er gar nicht bemerkt wie Percy aufgestanden und zu ihm gekommen war.