RED - rot wie Blut

Gay Psycho (explizit - SM - 18+)

 

 

 

 

Auf Arbeit in Anzug und Krawatte, zog er sich jeden Tag zweimal um, da er mit dem Motorrad kam und mit diesem Stofffetzen nicht unbedingt gesehen werden wollte. Ausgewechselt wurde die seriöse Kleidung gegen eine enge, schwarze Lederhose, ein dunkelrotes T-Shirt und eine schwarze Bikerjacke, ein Outfit das seiner großen, kräftigen Statur alle Ehre machte.

Eigentlich undenkbar für einen Abteilungsleiter dieser Firma, legeren Look konnte er hier niemals tragen, da er im T-Shirt seinen tätowierten Arm präsentierte. Es handelte sich um eine Art Maschine in silberglänzend mit eingearbeiteten roten Tierporträts, sein ganzer Stolz, der sich auf dem Rücken weiter nach unten schlängelte, bis zu seinen trainierten Pobacken.

Spannte er den Oberarm an, erwachte die Maschine dank seiner ausgeprägten Muskeln zum Leben, zumindest machte es den Anschein. Den Helm in der Hand verließ er das Gebäude und marschierte direkt zu seiner eleganten Yamaha YZF-R1, dem Motorrad seiner Träume.

Beinahe zärtlich strich er über das silberschwarze Gehäuse, bevor er aufstieg und davon düste. Der Geschwindigkeitsrausch vermischte sich mit der kühlen Brise, die ihm um die Nase wehte zu einer gefährlichen Mischung, die sein Gehirn auf böse Gedanken brachte. Heute war es wieder soweit, es war Freitag: Tag der Jagd.

Er brauchte nur eine halbe Stunde nach Hause, so schnell wie er fuhr und dabei einige Geschwindigkeitsgrenzen deutlich überschritt. Doch er wurde nicht von kontrollierenden Polizisten angehalten und auch nicht verfolgt.

Schließlich war er Red, der gefürchtete Anführer der größten und einflussreichsten Gang dieses Bundesstaates, wenn nicht sogar des ganzen Landes. Die Gesetzeshüter kannten ihn und konnten ihm nichts anhaben.

Verfolgten sie ihn oder sperrten ihn gar ein, mussten sie mit einer Schar wütender Gangmitglieder rechnen, die ihnen das Leben zur Hölle machten, so gut waren Reds Untertanen trainiert, sie gehorchten ihm bedingungslos.

Zuhause angekommen parkte er seine Maschine in der Garage und betrat von dort aus sein kleines Haus. Es lag einsam und verlassen mitten im Nirgendwo, zwei Kilometer von der nächstgrößeren Stadt entfernt und hatte gerade mal drei Zimmer.

Ihm reichte die Größe völlig aus, zumal das Wichtigste für ihn der ausgebaute Keller war, der mit Abstand die größte Fläche darbot, was seine Gründe hatte. Bis auf die wichtigen Treffen mit seinen ranghöchsten Gangmitgliedern war er kein besonders geselliger Mensch.

Er liebte die Stille der Natur um sich herum, die Abgeschiedenheit und Einsamkeit, die ihm alle Freiheiten für sein abartiges Hobby gaben. Gut gelaunt, jedoch ein bisschen angespannt, ging er in die Küche und schob sich eine Pizza in den Ofen, um für den Abend gestärkt zu sein.

Die Einrichtung war spärlich, in der Küche gab es lediglich einen Ofen mit zwei Herdplatten, einen kleinen Kühlschrank und nur ein Regal, in dem alle nötigen Utensilien untergebracht waren.

Der Rest des Raumes war bis auf einen winzigen Tisch, neben dem ein einziger Holzstuhl stand, leer und auch kein einziger Farbklecks erhellte die beigefarbenen Wände, die Ton in Ton mit der Einrichtung einhergingen.

Im Wohnzimmer wiederholte sich das karge Bild. Lediglich ein braunes Zweiersofa, ein alter Röhrenfernseher und eine von Holzwürmern angefressene Holzkommode deuteten darauf hin, dass hier jemand wohnte.

Nachdem er die Pizza verschlungen und einige wichtige Nachrichten seiner Gang beantwortet hatte, lief er mit schweren Schritten die knarzende Treppe ins Kellergeschoss hinunter, um sich dort auf die Jagd vorzubereiten, die er freitags und samstags spät am Abend durchführte.

Aus einem verschlissenen Stoffkleiderschrank nahm er sein Jagdoutfit heraus, das aus einer eleganten schwarzen Jeans und einem weit ausgeschnittenen, dunkelgrau melierten T-Shirt bestand.

Frisch eingekleidet betrachtete er sich in einem der vielen Ganzkörperspiegel, die sich in diesem Kellerraum befanden und zog den Hals des Shirts noch ein Stück weiter nach unten. Zufrieden knurrte er, als er das Tattoo auf seiner Brust getrachtete, das immer wieder für ein Schmunzeln bei ihm sorgte.

In fransiger Schrift stand in dunkelroten Großbuchstaben sein selbst erwählter Name, unter dem ihn alle kannten und wirkte eher wie mit einem Messer eingeritzt als tätowiert. ´RED´ - rot wie das Blut, das von den Buchstaben tropfte und darunter zu einem gehörnten Dämon mit flackernden Augen wurde.

Er hasste seinen ungünstigen Nachnamen wie die Pest, denn ´Weiß´ passte überhaupt nicht zu ihm. Weder jungfräulich noch rein konnte er sich schimpfen und wollte es auch gar nicht sein. Die Zähne gefährlich gefletscht strich er sich durch die fransige Mähne und zwängte sich anschließend in seine schwarzen Lederstiefel.

Einen Zweithelm in der Ablage des Motorrads verstaut, rauschte er davon in die nächste Stadt, wo er auf junges Frischfleisch hoffte. Er selbst war vor kurzem fünfunddreißig geworden, doch seine Opfer mussten zwischen achtzehn und fünfundzwanzig Jahre sein, sonst interessierten sie ihn nicht.

Nein, er war kein Jäger im herkömmlichen Sinn, ging nicht nachts auf die Pirsch, um sich das Essen für den nächsten Tag zu schießen. Er jagte junge, gut aussehende Männer, die sich freiwillig mit in sein Haus begaben, ohne zu ahnen, was sie erwartete.

Sie blieben meist für eine Nacht, nur gelegentlich, wenn er kein Opfer fand, das nicht stark alkoholisiert war, blieben sie für zwei Nächte, denn sie mussten bei klarem Verstand sein und alles mitbekommen, was er ihnen antat. Sonst hatte er an der ganzen Sache keinen Spaß.

Doch diese Sache kam erst viel später, zuerst musste er den Charmebolzen spielen, um ein Opfer willig zu machen. Das war die Waffe, seine aufgesetzte Freundlichkeit, auf die meist alle hereinfielen. Getrieben von der unbändigen Lust zu quälen, steuerte er sein Motorrad durch die bereits dunklen Straßen Tucsons, der größten Stadt im südlichen Arizona.

Dort gab es genug Frischfleisch und genügend Anonymität, so dass er seinen Opfern nicht zweimal über den Weg laufen würde. Für diesen Abend hatte er einen Club am westlichen Rand der Stadt rausgesucht, der überwiegend von jungen, homosexuellen Männern besucht wurde, auf der Suche nach Spaß für eine Nacht.

Natürlich suchten dort auch einige Träumer nach der großen Liebe, doch auch aufrichtiges Interesse konnte er perfekt heucheln. Je näher er dem Club kam, desto lauter hallte stupide Technomusik durch die Straßen und er verzog pikiert das Gesicht. Er hasste Techno, doch auf die Musik konnte er bei seinem Vorhaben nicht achten.

Blieb ihm nur zu hoffen, dass wenigstens ein paar der Gäste keine Drogen eingeschmissen hatten, wie es oft in diesen Etablissements der Fall war. Komisch, dass ausgerechnet der größte Drogendealer von allen Abhängige zutiefst verabscheute. Sein Job in der Firma war nichts weiter als Verblendung und diente lediglich dazu, ein normales Leben vorzuheucheln. Angesehener Geschäftsmann am Tag, Fädenzieher großer Drogengeschäfte bei Nacht, das war sein Leben und er liebte es.

Dabei ging es ihm nicht ums Geld, das verschenkte er an diverse Hilfsorganisationen und Stiftungen oder verteilte es gerecht unter seinen Gangmitgliedern, was nicht zuletzt der Grund für ihre bedingungslose Treue war. Ihm ging es um Macht und als sei es nicht schon genug, diese Macht in illegalen Machenschaften zu demonstrieren, musste er Wochenendes wehrlose Kerle quälen.

Vor dem Club standen scharenweise Besucher, rauchten oder leisteten den rauchenden Personen Gesellschaft. Als er sein Motorrad abstellte und den Helm vom Kopf zog, lagen alle Blicke wie gewohnt auf ihm, wie er cool wie immer mit festen Schritten auf den Eingang des Clubs zuging, den Kopf arrogant erhoben und selbstbewusst die Schultern nach hinten gezogen.

Sein herber Männerduft schien allen Anwesenden die Sinne zu vernebeln, so wie die ihn angafften und mit den Augen auszogen. Genauso hatte er sich das vorgestellt, alle sollten ihm zu Füßen liegen. Unauffällig ließ er seinen Blick durch die Menge schweifen, um schon mal eine Vorauswahl zu treffen beziehungsweise die meisten auszuschließen.

Wenn er Glück hatte, musste er vielleicht gar nicht erst diesen lauten Club betreten und wurde schon am Eingang fündig. Erstaunt darüber, wie viele potentielle Opfer sich hier aufhielten, einer hübscher als der andere, nickte er anerkennend und durchaus zufrieden.

Ein letztes Mal streifte sein Blick die hübschen Jungs, bevor er am Eingang ankam und plötzlich wie angewurzelt stehen blieb. Da stand er, der wohl hübscheste Mann, den er je gesehen hatte und die perfekte Trophäe für seine morbide Sammlung. Die kurzen schwarzen Haare standen perfekt gestylt im Wuschellook zu allen Richtungen vom Kopf ab und trotz seines dunklen Typs hatte der Mann himmelblaue, strahlende Augen, die sich in Reds Kopf brannten.

Beeindruckt musterte er seine Auswahl von oben bis unten und stellte zufrieden fest, dass auch der restliche Körper seinen hohen Ansprüchen entsprach. Der Mann war ein gutes Stück kleiner als er, war dennoch durchtrainiert und stellte seine Muskeln in einem sehr engen Tanktop zur Schau.

Am markantesten war jedoch das Gesicht, das ein unübersehbares Selbstbewusstsein ausstrahlte. Der Kerl wusste definitiv, dass er zum Anbeißen gut aussah und würde eine Herausforderung darstellen. Unauffällig näherte er sich seiner Beute, die ihn bisher noch nicht zu bemerken schien.

Zu seinem Glück stand der Mann etwas abseits der Meute, zog genüsslich an einer Zigarette, seitlich an die Außenwand des Clubs gelehnt und unterhielt sich mit einem anderen Kerl. Geübt wie er war, konnte er ihm so unbemerkt den Geldbeutel aus der Hosentasche ziehen, woraufhin er an den beiden vorbeilief und den Vorplatz des Clubs in Richtung Parkplatz verließ.

Dort angekommen durchsuchte er den geklauten Geldbeutel im Schutz der parkenden Autos und wurde sogleich fündig.

„John Hobbs…“, murmelte er, während er den Ausweis des Mannes studierte und sich den Namen gut einprägte. Sollte er heute keinen Erfolg haben, würde er ihn auf jeden Fall wieder aufsuchen, bis er bereit war, sich ihm zu beugen.

Außer des Ausweises waren noch einige Karten von Banken und Mitgliedschaften zu finden, die ihm jedoch nichts weiter brachten. Bis auf eine, die ihm erst als Letztes in die Hand fiel: die Mitgliedskarte für einen Fitnessclub hier in Tucson, mit Sicherheit kein Schaden sich den Namen des Studios im Hinterkopf zu behalten.

Fürs Erste genügten ihm die Angaben, nun war es an der Zeit sich an den Mann ranzuschmeißen, wobei der Geldbeutel sicherlich hilfreich sein konnte. Auf dem Weg zurück zum Club sah er John schon von weitem das wichtige Accessoire aufgeregt suchen. Schmunzelnd schlenderte er zu seinem Auserwählten, in der Hand den gesuchten Gegenstand, und stellte sich direkt vor den hübschen Mann.

„Suchst du vielleicht den hier?“, fragte er rein rhetorisch und hielt John den Geldbeutel unter die Nase. Erleichtert seufzte sein Gegenüber und nahm das schwarze Lederteil dankend entgegen.

 

„Danke, wo hast du ihn denn gefunden?“ Red achtete mehr auf die Stimme des Mannes, als auf die gestellte Frage, um schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das Ausmaß der Schreie zu bekommen, die dieser unweigerlich bei seiner Behandlung von sich geben würde. Er mochte tiefe Stimmen, männlich und nicht zu schüchtern und genau diese Kriterien erfüllte John perfekt.