Robin und der Tod - Futongeflüster

Gay Romance (explizit - 18+)

 

 

 

 

Unser Urlaub beginnt in der Millionenmetropole Tokio. Gabriel hat für uns ein wunderschönes Sternehotel gebucht, ein Eckzimmer mit Panoramafenstern, von dem aus man sogar den Fuji sehen soll. Ich bin gespannt. Voller Vorfreude betrete ich die Lobby des Luxushotels. Diesmal bin ich auf die Lautstärke und das rege Treiben vorbereitet.

„Und die können mich jetzt wirklich sehen?“, frage ich vorsichtshalber nochmal nach und Gabriel nickt lächelnd. Probeweise winke ich einem der japanischen Hotelangestellen zu und siehe da, er winkt verwundert zurück. Ich deute eine leichte Verbeugung an, er verbeugt sich ebenfalls, im Gesicht ein schiefes Lächeln. Der muss sich auch denken, immer diese dämlichen Touristen, die sich aus dem japanischen Brauch des Verbeugens einen Scherz machen.

„Ich checke ein, während du die Angestellten belästigst, okay?“ Schon ist mein wunderbarer Freund an der Rezeption verschwunden und ich sehe mich in Ruhe um. Der palastähnliche Eingangsbereich verspricht ein einmaliges Hotelerlebnis. Mein Blick schweift durch die Lobby und bleibt an einem übertrieben luxuriösen Café hängen. In der gläsernen Theke entdecke ich eine Vielzahl kleiner, bunter Kuchen, die Farben so unvorstellbar kräftig, dass ich an der Genießbarkeit zweifle. Es sind wahre kulinarische Kunstwerke und es würde mich nicht wundern, wenn sie aus Plastik oder Wachs wären.

Neben dem Café gibt es außerdem noch einen kleinen Laden, der hübsch verpackte Süßigkeiten verkauft. Neugierig schlendere ich durch das kleine Geschäft und will mir gerade eines der Mitbringsel ansehen, als ein Verkäufer schnellen Schrittes auf mich zu kommt.

„Bitte nicht anfassen“, sagt er in schlechtem Englisch, aber mit einem überdimensionalen Lächeln im Gesicht. In diesem Moment verfluche ich meine Sichtbarkeit. Kleinlaut verziehe ich mich zurück in die Lobby und warte auf meinen Freund, der mir mit dem Zimmerschlüssel wedelnd entgegen kommt.

Unser Zimmer befindet sich ganz oben. Der Aufzug düst mit bahnbrechender Geschwindigkeit die fünfzig Stockwerke hoch, bei der mir die Ohren zuschnappen. Oben angekommen, öffnet Gabriel die Tür zu unserem Zimmer und ich kann es kaum erwarten unser Reich zu inspizieren.

„Wahnsinn!“, hauche ich begeistert. Hinter dem großen, modernen Doppelbett erstreckt sich eine transparente Glaswand, durch die ich direkt in das Badezimmer, besser gesagt die Dusche blicken kann.

„Na da weiß ich schon was ich morgens mache. Dich beim Duschen beobachten“, kichere ich fröhlich und freue mich über diese Besonderheit, die ich zuvor noch nie gesehen habe.

„Super, ich hatte gehofft wir gehen jeden Morgen gemeinsam duschen“, kommentiert Gabriel meine Spannerwünsche wenig begeistert und ich widme meine Aufmerksamkeit dem Rest des Zimmers.

Das wohl mit Abstand Beeindruckendste ist das riesige Panoramafenster, das fast einmal um das Zimmer herumgeht. Von hier aus habe ich einen gigantischen Blick über die Stadt, die mir funkelnd und geschäftig zu Füßen liegt.

In einem Prospekt, das auf der Fensterbank liegt werden mir alle wichtigen Punkte, die ich von hier sehen kann, erklärt. Neugierig suche ich die Sehenswürdigkeiten in der wuchtigen Häusermasse und finde fast alle. Nur ein gewisser Berg will sich mir nicht zeigen.

„Hm, der Fuji müsste laut Karte genau dort sein.“ Ich zeige in südwestliche Richtung auf ein graues Bergmassiv, das von unzähligen Wolken verhangen ist. Am Rande der Bergkette müsste er stehen und weiß in den Himmel ragen.

„Ich will den Fuji sehen“, beschwere ich mich über den nebelverhangenen Vulkan, der sich einfach nicht zeigen will.

„Den sieht man laut Reiseführer nur sehr selten“, klärt Gabriel mich mitfühlendend auf und streichelt mir übers Haar.

„Eine Freundin von mir war mal in Japan und die hat ihn auch nicht zu Gesicht bekommen. Erst auf dem Rückflug hat sie aus dem Fenster die Spitze des Vulkans gesehen. Ich glaube, der Fuji ist nur eine Verarsche. Die Japaner stellen einfach eine Hüpfburg auf, die man dann vom Flugzeug aus sieht und sich denkt ´oh, es gibt ihn doch, vielleicht reise ich nächstes Jahr wieder nach Japan´. So locken die ihre Touristen an.“, sinniere ich vor mich hin und Gabriel schüttelt lachend den Kopf.

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört. Du hast vielleicht komische Ideen.“ Also ich finde mich ja eher kreativ. Enttäuscht gehe ich vom Fenster weg.

„Was machen wir mit dem angefangenen Tag noch?“, frage ich beiläufig und packe unterdessen meinen Koffer aus.

„Ich bin dafür, die Dusche, das Bett, den Tisch und die Fensterbank einzuweihen.“ Dreckig grinsend wippt er mit den Augenbrauen. Klingt nach qualmendem Hintern, aber soll mir recht sein. Von Gabriels Monsterschwanz kann ich nicht genug bekommen. Ich erkläre mich einverstanden und verschanze mich vorerst auf der Toilette. Da er meinen Penis schon oft genug gesehen hat, spare ich mir die Mühe, die Tür zuzuziehen.

Nachdem ich mich erleichtert habe, suche ich den Hebel zum Spülen, doch ich kann keinen finden. Stattdessen hat die Toilette mehr gemeinsam mit einer hochtechnologischen Maschine, bei den unzähligen Knöpfen, die darauf zu sehen sind. Der Anblick der Drucktasten weckt in mir ein ungemein starkes Verlangen zu spielen.

Wie ein ungezogenes Kleinkind drücke ich kichernd jeden einzelnen Knopf und warte ab, was passiert. Knopf eins heizt die Klobrille, wie angenehm. Knopf zwei lohnt sich nicht nochmal zu drücken, es passiert einfach rein gar nichts. Entschlossen drücke ich den dritten Knopf und tatsächlich, ein kleines Röhrchen, dessen Nutzen sich mir noch nicht erschließt, fährt aus.

Gespannt stehe ich neben der Toilette und dann passiert es. Das Röhrchen spuckt Wasser, nicht nur ein klein wenig, nein, einen ganzen Springbrunnen. Und genauso wie bei einem Brunnen, macht das Wasser einen großen Bogen und landet sogar noch außerhalb des Badezimmers auf dem Teppich.

„Hey, du Schweinchen, du sollst in die Toilette pinkeln. Das hier ist eindeutig die falsche Richtung“, ruft es aus dem Zimmer. Verzweifelt drücke ich weitere Knöpfe, um diese Wasserfontäne aufzuhalten, doch erst der fünfte bringt das gewünschte Ergebnis, nachdem alles schon patschnass geworden ist.

„Das war ich nicht, das war das Klo“, flüstere ich kleinlaut als ich mit gesenktem Blick und heruntergelassener Hose zurück ins Zimmer gehe. Beschämt scharre ich mit den Füßen über den nassen Teppichboden.

 

„Willst du mich verarschen?“, fragt Gabriel skeptisch und geht nun seinerseits ins Bad, um sich von meiner Aussage zu überzeugen.